The Neon Demon

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Makabere Kunstinstallation von Nicolas Winding Refn.

Wer Drive (2011) oder Only God Forgives (2013) gesehen hat, dem ist Refns exzentrischer Stil bereits ein Begriff: Seine Filme spielen in einer berauscht-entrückten und doch übersteigert brutalen Anderswelt, welche von intensiv inszenierten Bildern und einem pumpenden Soundtrack zum Leben erweckt wird. Im Zentrum seines neuen Streifens stehen aber keine harten Jungs namens Ryan, sondern eine Gruppe Laufsteg-Schönheiten, welche erst mit Kostümchen und Geschmeide behangen und dann mit bizarrer Gewalt dekonstruiert werden. Das Ergebnis ist ein Rausch aus Farben, der ein verzerrtes Bild der Glitzerwelt LA formt, wo Jugend und Schönheit Luxusgüter sind, für die es zu morden lohnt.

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Rat Queens

Rat Queens

Sword & Sorcery-Comedy von Kurtis J. Wiebe.

Wie uns dieser Warcraft-Film gezeigt hat, sind gute Charaktere und schlaue Dialoge leider noch immer Mangelware in unseren Fantasy-Schmonzetten. Eine der strahlenden Ausnahmen von dieser Regel ist diese großartige Comic-Reihe rund um die Eskapaden einer Bande Abenteurer-Mädels. In Rollenspieler-Kreisen beschreibt der Begriff „Murder Hobos“ die gefährliche Persönlichkeits-Mixtur aus übermenschlicher Macht und einem allgemeinen Mangel an Verantwortung, Gesellschaftsfähigkeit und Respekt vor Menschenleben, welche über kurz oder lang jede Dungeons & Dragons-Gruppe infiziert. Die Rat Queens sind eine solche Gruppe aus Kriegerinnen und Zauberinnen, die das Töten von grässlichen Monstern mit dem rücksichtslosen Sex, Drugs & Rock n Roll-Lebensstil von Guns N‘ Roses circa ’88 kombinieren. Und ganz nebenbei sind sie auch noch ein paar der vielschichtigsten, lustigsten und coolsten Heldinnen der jüngeren Comic-Geschichte.

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Warcraft: The Beginning

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Überlange Videospiel-Zwischensequenz von Duncan Jones.

Als der erste Herr der Ringe-Film von Peter Jackson in die Kinos kam, schien auf einmal alles möglich: Wenn ein Fantasy-Streifen dieses Maßstabs solchen finanziellen Erfolg verbuchen und ganz nebenbei auch bei den Oscars abräumen konnte, würden wir bestimmt schon bald in noch abgefahrenere Welten voller Elfen und Drachen entführt werden. Das Genre-Stigma schien endlich abgelegt. Doch im Rückblick über die letzten 15 Jahre scheint ein weiterer Boom in Sachen (semi-)mittelalterlicher Fantasy ausgeblieben zu sein: Stattdessen regieren Jugendliche in dystopischen Zukunftsvisionen und Superhelden-Franchises die Kinokassen. Wenn man die Harry Potter- und Narnia-Reihen jetzt mal ausklammert, hinterlassen auf der Genre-Torte nur vereinzelte Flops oder Märchenverfilmungen irgendwo zwischen Eragon und Snow White einen faden Nachgeschmack. Ausgerechnet ein Videospiel-Film will jetzt den Fluch brechen und Orks und Zwerge wieder cool machen, mit guten Schauspielern und nem talentierten jungen Regisseur. Nicht nur das, der selten dämliche Titelzusatz kündigt auch großkotzig einen Haufen Sequels an.

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