Wie blöd ist The Dark Tower?

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Fantasy-Geballer von Nikolaj Arcel.

The Man in Black fled across the desert,
and the gunslinger followed.

So beginnt The Gunslinger, das erste Buch von Stephen Kings Dark Tower-Zyklus, welcher drei Jahrzehnte und die Gesamtheit seines kreativen Schaffens umspannt. Ein Satz, der mit meisterlicher Präzision Kopfkino vom Zerrbild eines Westerns heraufbeschwört. Diese cinematische Qualität des Turms machte ihn zum Heiligen Gral der King-Verfilmungen – bis heute. Doch Sony hat das Angesicht seines Vaters vergessen.

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Wie blöd ist Valerian?

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Space-Pupskonzert von Luc Besson.

Die allerschlimmsten Filme sind nicht die Totalschäden, die ungewollt oder absichtlich schlechten, die so-bad-it’s-good-Kandidaten: Es sind die Filme, die mit tollen Ideen und unglaublichen Bildern um die Ecke kommen, nur um sie dann mit flammender Inkompetenz gegen die nächste Wand zu setzen. Valerian ist so ein Film. Die wunderschönen Trailer versprechen ein kunterbuntes Multiversum voller kosmischer Wunder, welches 20 Jahre nach Luc Bessons Das Fünfte Element eine noch größere Space Opera mit überschäumender Kreativität verspricht. Und irgendwie liefert das Endprodukt auch genau das – und findet dann einen Weg, all dies mit Blödheit zu versenken. So viel Blödheit, dass ich eine Liste machen muss, um meinen Frieden zu finden.

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Spider Man: Homecoming

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Teeniekomödie mit Superhelden von Jon Watts.

‚Homecoming‘ ist ein guter Titel für den neuen Spider Man. Zum einen geht es da um den Homecoming Dance, der den Tonwechsel vom Superhelden-Epos zur Schulhof-Komödie angibt. Und zum anderen feiert der Titel, dass die Spinne nach durchwachsenen Reboots und jahrelangen Rechtsstreitereien endlich zu Team Marvel heimkehren darf – für ein Abenteuer, dass für einen solchen Film ungewöhnlich menschlich, clever und komisch ist.

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The Thing

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Sci-Fi-Monster-Horror von John Carpenter.

Mein allerliebster Horrorfilm auf der ganzen Welt wird heute 35 Jahre alt – und ist trotz des langen Bartes noch immer um Faktor hundert spannender und gruseliger als das, was sich heute so jedes Jahr zu Halloween durch die Kinos spukt. Als Remake eines Horror-Klassikers von 1951 (der seinerseits eine Verfilmung der John W. Campbell-Novelle ‚Who Goes There?‘ war) steht The Thing in stolzer Tradition – und ist selbst wiederum Vorbild für eine Generation von Horror-Autoren und -Filmemachern. Heute werfen wir einen Blick zurück auf diesen kosmischen Schrecken im ewigen Eis.

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Wonder Woman

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Superheldinnenfilm von Patty Jenkins.

Auf den Schultern der Kriegerprinzessin von Themyscira lasten große Erwartungen: Sie muss nicht nur die Welt retten, sondern auch die Ehre des DC-Kinoversums nach einer Reihe kritisch verrissener Filme wiederherstellen. Und als ob das noch nicht genug wäre, soll sie auch noch eine Bresche in das Jungs-Baumhaus des modernen Superheldenfilms schlagen und beweisen, dass Frauen nicht nur mitspielen dürfen, sondern auf Augenhöhe mit all deinen Lieblings-Muskelmännern stehen. Doch sie ist eine Superheldin: Superhelden tun das Unmögliche und lassen es einfach aussehen.

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King Arthur: Legend of the Sword

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Sword & Sorcery-Action von Guy Ritchie.

Snatch-Regisseur Guy Ritchie hat eine Vergangenheit in der stylisch-unorthodoxen Adaption literarischer Legenden: Sein Sherlock Holmes war so schlau, dass er besonders gut Bösewichte vermöbeln konnte. Heute bringt er den Artus-Stoff ins Kino zurück, aber natürlich muss sein Arthur mindestens ein straßenschlauer Schlägertyp und buchstäblicher Pimp sein. Doch ist das vielleicht genau der frische Wind, den die komatöse Fantasy-Filmlandschaft braucht?

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Get Out

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Sozialkritische Horror-Mystery-Thriller-Komödie von Jordan Peele.

Da ich Jordan Peele bisher nur in seinen Sketch Comedy-Rollen als Präsident ObamaSexy Vampir oder Power Metal-Projekt mit Budget-Problemen kannte, war ich, wie der Rest der Welt wahrscheinlich auch, ganz schön irritiert, als er sich plötzlich als Autor und Regisseur für einen Gruselfilm versuchte. Der Trailer versprach aber einen bizarren, unheimlichen und lustigen Fingerzeig auf das Race Relations-Pulverfass – und das Ergebnis ist eine Reise in eine andere Haut, die einen erst hypnotisiert und dann gewaltsam wachrüttelt.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2

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Actionkomödien-Weltraumspaß von James Gunn.

Guardians of the Galaxy war ein kleines Wunder von einem Film: Der exakte Moment, in dem die komplette kosmische Abgefahrenheit des intergalaktischen Marvel-Multiversums auch unter Normalsterblichen in einer Form einschlug, die mit nacktem Blick auf die Charakterkonzepte überhaupt kein Recht dazu hatte, so irre gut zu sein. Wenn wir als Zuschauer erstmal den Waschbär-Kopfgeldjäger mit Jetpack und Gatling-Laser und seinen Baum-Sidekick mit Wortschatz-Problematik akzeptiert haben, bleibt die Frage, wo wir diese nun familiär wirkenden Figuren noch hinsteuern können. Zum Glück ist der Angriffswinkel von Vol. 2 mutig, saukomisch und verblüffend emotional.

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Logan

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Superhelden-Abgesang von James Mangold.

Dass der neue X-Men-Streifen kaum etwas mit den bunten Spektakeln der vergangenen Jahre zu tun hat, zeigt sich schon im ersten Bild: Da fällt der unverwundbare Übermensch halbtot und sturzbetrunken aus seinem Wagen und wird von einer Bande von Halbstarken vermöbelt. Als er sich zur Wehr setzt, ist er nicht mehr der kinderfreundliche Streiter für Gerechtigkeit: Seine Klingen, die er seit zwei Jahrzehnten immer nur verwischt am Bildrand oder zwischen Diskretions-Cuts einsetzte, zerreißen Fleisch und Knochen, zerteilen Gliedmaßen, durchbohren Köpfe von Kids, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Eine deutlichere Content-Warnung kann es nicht geben. Und doch ist dies nicht zynisches Exploitation-Kino für gewaltverrückte Teenager, sondern eine erwachsene Mär vom Altern und Scheitern.

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Moana / Vaiana

moana

Polynesische Odyssee von Disney.

Eigentlich hat dieser Film hier nix zu suchen. Nicht, weil ich spät zur Party wäre (Dezember war viel los im Kino) oder weil Kinderfilme hier keinen Platz hätten (Übermenschen in Capes sind nur was für Erwachsene, ne?), sondern weil ich in meinen Popkultur-Artefakten das Anarchistische, das Unkonventionelle oder Innovative suche. Und Moana (oder Vaiana, wie wir Europäer sie dank Copyright-Gesetzen und einer gleichnamigen Pornodarstellerin nennen dürfen) ist viele Dinge, aber eben auch sehr konventionell. Wer in seinem Leben schonmal ein Märchen gelesen oder einen Disney-Film gesehen hat, kann ab Minute 10 den gesamten restlichen Film prophezeihen. Wäre man Zyniker, würde man es als überproduzierte und auf Vermarktbarkeit optimierte Massenware abtun. Wäre man Zyniker, würde man aber auch nicht mit Tränen in den Augen mitfiebern und noch Tage später heimlich den Soundtrack mitsummen.

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