Neil Gaiman: American Gods

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Mythologie-Americana von Neil Gaiman.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Während der Trailer zu Stephen Kings Dark Tower-Film-Adaption mich noch unsicher zweifeln lässt, wurde ich diese Woche mit der ersten Episode einer TV-Serie überrascht, die eines meiner absoluten Lieblingsbücher so selbstverständlich in angemessen abgefahrene Bilder und Töne übersetzt, dass es mir eine quietschende Freude ist. Die Rede ist von Neil Gaimans American Gods, die Episoden der Starz-Serie erscheinen ab jetzt wöchentlich für lau bei Amazon Prime. Wer noch nicht überzeugt ist, seinen Freunden einen Schritt voraus sein will oder sich nach der Pilotfolge fragt, was zur Hölle er da gerade gesehen hat, den möchte ich herzlich zu einem Blick ins Buch ermutigen. Denn während ich noch den Rest der Staffel vor einem definitiven Urteil abwarten möchte, kann ich ein solches schon über die Vorlage fällen: Sie ist sehr gut.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2

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Actionkomödien-Weltraumspaß von James Gunn.

Guardians of the Galaxy war ein kleines Wunder von einem Film: Der exakte Moment, in dem die komplette kosmische Abgefahrenheit des intergalaktischen Marvel-Multiversums auch unter Normalsterblichen in einer Form einschlug, die mit nacktem Blick auf die Charakterkonzepte überhaupt kein Recht dazu hatte, so irre gut zu sein. Wenn wir als Zuschauer erstmal den Waschbär-Kopfgeldjäger mit Jetpack und Gatling-Laser und seinen Baum-Sidekick mit Wortschatz-Problematik akzeptiert haben, bleibt die Frage, wo wir diese nun familiär wirkenden Figuren noch hinsteuern können. Zum Glück ist der Angriffswinkel von Vol. 2 mutig, saukomisch und verblüffend emotional.

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Westworld

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SciFi-Western-Horror-Dystopie von Jonathan Nolan & Lisa Joy.

Michael Crichtons Vermächtnis ist eine lustig spezifische Art von Horror: Was wäre, wenn ein fantastischer Freizeitpark fürchterlich freidreht? Zweite Geige hinter dem deutlich bekannteren Jurassic Park spielte sein Roman Westworld, den er selbst (!) in den Siebzigern verfilmte. Hier sind es mörderische Cowboy-Animatronics, welche die Besucher jagen. Buch und Film bilden die lose Grundlage für diese neue HBO-Produktion, die den spaßigen Killerroboter-Thriller als existenzialistisches Drama voller halsbrecherischer Wendungen neu interpretiert.

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Community

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Anti-Sitcom von Dan Harmon.

Am 1. April wurden wir im vielleicht besten Streich dieses Jahrtausends mit einer neuen Episode Rick and Morty gesegnet. Auch ein Jahr nach diesem Beitrag ist diese hässliche Zeichentrickserie noch immer mein Lieblings-Entertainment-Dings – und die Wartezeiten sind lang. Lang genug, um mal einen Blick zurück auf die andere große Errungenschaft von Autor Dan Harmon zu blicken, der bei Rick and Morty mit seinem rasend tragikomischen Talent für große Konzepte und clevere Ideen die pure kreative Anarchie von Justin Roiland ausbalanciert. Community ist nicht minder clever, lieferte sich aber harte Guerilla-Kriege mit den Netzwerken und ist kulturell unübersetzbar, weshalb dieses Comedy-Gold hierzulande nie so recht wertgeschätzt werden konnte.

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Logan

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Superhelden-Abgesang von James Mangold.

Dass der neue X-Men-Streifen kaum etwas mit den bunten Spektakeln der vergangenen Jahre zu tun hat, zeigt sich schon im ersten Bild: Da fällt der unverwundbare Übermensch halbtot und sturzbetrunken aus seinem Wagen und wird von einer Bande von Halbstarken vermöbelt. Als er sich zur Wehr setzt, ist er nicht mehr der kinderfreundliche Streiter für Gerechtigkeit: Seine Klingen, die er seit zwei Jahrzehnten immer nur verwischt am Bildrand oder zwischen Diskretions-Cuts einsetzte, zerreißen Fleisch und Knochen, zerteilen Gliedmaßen, durchbohren Köpfe von Kids, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Eine deutlichere Content-Warnung kann es nicht geben. Und doch ist dies nicht zynisches Exploitation-Kino für gewaltverrückte Teenager, sondern eine erwachsene Mär vom Altern und Scheitern.

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Wie blöd ist Harry Potter and the Cursed Child?

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Pottheater von J.K. Rowling, John Tiffany & Jack Thorne.

Verzeih mir, ich breche schon wieder mit meiner Positivitäts-Agenda. Aber da ist wieder so eine Tirade, die raus muss. Weil ich in den letzten Monaten viele gute Zeitreise-Geschichten gefressen habe – und eine grottenschlechte. Denn dieses Harry Potter-Stück von letztem Jahr ist zwar vielerorts gescholten worden, aber auch mit diesen durchwachsenen Kritiken gehe ich nicht so richtig mit, weil sie an Besetzung und Beziehungen herumhacken, nur um anschließend die großen erzählerischen Probleme zu ignorieren. Zumindest die gedruckte Variante ist meiner Meinung nach nämlich wirklich, wirklich blöd. Ich hab eine Liste gemacht, so blöd find ich sie!

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Michael Moorcock: Behold the Man

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Deterministament von Michael Moorcock.

Auf der Jagd nach guten Zeitreise-Geschichten treffe ich auf einen alten Bekannten: Fantasy-Autor und Hawkwind-Texter Michael Moorcock schrieb baumdicke Sword & Sorcery-Schinken rund um Helden wie Elric oder Corum, die mich schon als kleiner Junge durch ihre Zerbrechlichkeit und flackernden Moralvorstellungen beeindruckten. Weniger berühmt sind seine Arbeiten außerhalb des Eternal Champion-Multiversums, was zumindest im Falle dieser herzzerreißend menschlichen Parabel rund um einen Zeitreisenden mit Messias-Komplex ziemlich tragisch ist.

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Dishonored 2

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Hausfriedensbruchs-Simulator von Arkane Studios
für PC, PS4 & Xbox One.

Das erste Dishonored (2012) war nicht nur eine kleine Revolution des Stealth-Genres, sondern warf den Spieler auch in eine abgefahrene neue Welt, in welcher man sich als magischer Ninja-Batman durch eine Walölpunk-Fantasy-Version des britischen Imperialismus samt Kreuzrittern, Hexen und Kriegsmaschinen schleichen oder meucheln durfte. Nun ist Corvo, der Typ mit der mechanischen Maske, wieder da – und er hat seine Kaiserin/Tochter mitgebracht, die seine Null-Toleranz-Politik für Thronräuberei teilt.

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Dirk Gently’s Holistic Detective Agency

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Chaosdetektei von Max Landis.

Dirk Gently ist nicht nur die neueste Serie, über die dein Kumpel mit zu viel Zeit für Netflix nicht die Klappe halten kann, sondern auch eine Figur von Per Anhalter durch die Galaxis-Autor Douglas Adams. Dirk Gently war auch Held einer wenig erfolgreichen britischen TV-Adaption dieser Bücher. Jetzt ist Dirk Gently in Amerika unterwegs, produziert von BBC America und geschrieben von Max Landis. Inhaltlich haben seine Abenteuer nichts mehr mit der Vorlage zu tun, einzig die Hauptfigur blieb immer konstant: Dirk Gently ist holistischer Detektiv. Das Universum treibt ihn zur Lösung von Mysterien, die so schräg sind, dass kein vernünftiger Mensch die nötigen Zusammenhänge erkennen würde. Für Dirk Gently ist aber klar: Alles hängt irgendwie zusammen.

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Ash vs Evil Dead

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Splattergaudi von Sam Raimi.

Evil Dead ist Kult mit gewöhnungsbedürftigem Geschmack. Sam Raimis schmuddeliger Studentenfilm hat eine Generation von Filmnerds mit einem Auge für handgemachten Low-Budget-Horror mit (metaphorischem und buchstäblichen) Herzblut herangezogen. Viele dieser Kids, die in den Hinterzimmern muffiger Videotheken aufgewachsen sind, machen heute selber Metzelfilme. Denen fehlt aber leider häufig das sympathische Augenzwinkern, dass die Evil Dead-Reihe zu idealen Party-Filmen macht. Höchste Eisenbahn also, dass das alte Filmteam, Ash und seine Kettensägenhand wieder zusammenkommen – in Serienform!

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